Archive for the Uncategorized Category

Neues Blog – neue Seite

Posted in Uncategorized on Dezember 13, 2011 by Heike Pohl

Guten Abend, ihr lieben Blog-Abonnenten,

diese Seite lasse ich von nun an in Frieden ruhen.
Wenn ihr Lust habt, dann kommt doch einfach mit zu

http://heikepohl.wordpress.com/

Den Abo-Button findet ihr im neuen Zuhause
oben links.

Herzlichen Dank
und allen einen schönen Abend 🙂

Das Glück zieht um …

Posted in Uncategorized with tags , on Dezember 8, 2011 by Heike Pohl

Das Glück

und ich

 

wir ziehen um.

Unsere Gäste möchten wir gerne mitnehmen!

Bitte einsteigen,
und los gehts.

 

http://heikepohl.wordpress.com/

 

 

 

Miss Glück traut sich zu neobooks …

Posted in Uncategorized on Oktober 1, 2011 by Heike Pohl

Wer schon einmal selbst an einem Buch, einem möglichen Roman, geschrieben hat, der weiß, wie schwierig es ist, die eigene Leistung, die eigene Geschichte einzuschätzen.

Der weiß auch, wie oft man daran feilt, ändert, umstellt, Ideen entwickelt und wieder verwirft, ganze Seiten schreibt, löscht, und … und … und …

Der weiß von all den Zweifeln, die einen befallen und letztlich von der Furcht, dass am Ende alle Zeit und Müh vergebens waren und der eigene Text für immer nur der Wunsch von einem Buch bleiben wird.

Dank des lieben Tipps von Sönke, der mich so wunderbar in meiner Idee vom Buch unterstützt, bin ich bei neobooks gelandet, einer Seite, die zum Droemer Knaur-Verlag gehört. Weiterlesen

Von Schreiberling zu Schreiberling …

Posted in Uncategorized on September 18, 2011 by Heike Pohl

… ein herzliches Dankeschön an den lieben „Westsideblogger“ für seine Fragen, die mich angestoßen haben in meiner Lethargie.

http://www.westsideblogger.de/2011/09/18/das-sonntags-interview-heike-pohl/

Es geht wieder voran.

Mit „Öhmchen Suhl“, die hier in Bälde ein festes Plätzchen bekommen wird
und bei neobooks, einem klasse Projekt, wie ich finde.

http://www.neobooks.com/user/missglueck

By the way,
lesenswert – auf seinem Blog ebenso, wie bei Twitter – der Westsideblogger!

Herzlich

MissG.

Der mediterrane Typ

Posted in Hose, Leben, Mannsbilder, Uncategorized, Unvergesslich, Verdammt with tags , , , , , , , , , , on Mai 11, 2011 by Heike Pohl

Das Photo ist recht klein.
Um nicht zu sagen: Es ist winzig.
Ich muss die Augen zusammen kneifen und ganz nah ran gehen, an den Monitor.
Der Typ darauf erinnert mich an … An … Wie heißt der noch gleich, Heinze?
An Thomas Heinze. Ja genau, an Heinze, den Schauspieler.

„Hey Glück, es ist recht unwahrscheinlich, dass ein Kerl, der aussieht wie Thomas Heinze, auf einer Singlebörse sein Glück, ich meine also nach einer Frau sucht.“, quakt Skepsis.
„SO? Und weshalb nicht? Ich such es ja auch hier. Also? Was willst Du von mir? Lass mich in Ruhe lesen!“
„Na ja, also ich an Deiner Stelle wär da misstrauisch, wenn …“

Ich würge Skepsis ab. Sie geht mir ohnehin schon ein liebes Leben lang auf den Nerv.
Im Grunde hat sie immer Recht.
Bestätigen sich ihre Bedenken und ihre Zweifel, dann triumphiert sie freudestrahlend über die Neugierde.
Und liegt sie mal falsch, dann redet niemand mehr darüber, weil ja alles gut lief.

IT-Consultant. Steht da.
1.87 Meter groß.
‚Ich suche nach einer Frau mit einem großen Herzen, für einen Mann, der ‚anders‘ ist, als die anderen.‘
Das wünscht er sich.

„Wenn die Kerle auf den Zentimeter genau angeben, wie groß sie sind, dann lügen die etliche dazu.“
Frau Skepsis grient mich an.
„Und IT-Consultant … Meine Güte, das sind diese Männer, die in 0 und 1 denken, in Bits und Bytes ticken und Dir für jedes kleine Mysterium auf Erden eine logische Erklärung liefern.“

„Ha! Geschieden ist der auch schon!“

Meine innere Stimme, die liebe Frau Skepsis, müht sich redlich, das potentielle Date mit – ich nenne ihn Dirk – zu verhindern.
Ich schicke sie auf Urlaub. Sie hat ihn verdient!

Worte wechseln hin und her.
Er lebt im Norden von München.
Ich am Starnberger See.

Wir telefonieren schließlich.
Ein Mal. Ein zweites Mal. Einige Tage und recht amüsante Gespräche liegen hinter uns.

Seine Stimme klingt sympathisch. Freundlich. Er macht einen ganz cleveren Eindruck.
Das Photo? Thomas Heinze? Den kenne er nicht. Das Bild sei schon etwas älter. Ein neueres habe er nicht. Aber das mache ja auch nichts, wir träfen uns schließlich auf einen netten Abend, mehr nicht.

Wohin wir gehen sollen?
Vielleicht zum Italiener?
Er sei so eher der mediterrane Typ.
Vom Stil her. Von den Ansprüchen und so …

Am Abend vor unserem ersten Date, da ruft er noch einmal an.
Wir reden über dies. Und über das.
Und schweigen mit einem Mal. Erst er. Dann ich.
Er atmet schwer. Will etwas offenbaren.
Das spüre ich.
Dann kommt die Hasenscharte.
Im ersten Augenblick denke ich an ein Accessoire für meinen Schlüsselbund.
Dann an eine Jagdtrophäe und seine mögliche Affinität für’s Waidmännische.
Ganz zuletzt erst, und auch nur, weil er mir hilft, an das, was es ist.
Eine Missbildung. Eine Gaumenspalte, wie er erzählt.

Er kündigt sie an, in all der Unsicherheit, in all den Zweifeln, Ängsten, wie sie ein Mensch fühlen muss, der leidet unter einem Handicap. Er ‚beichtet‘ sie im Grunde, so kommt es mir vor.
Und ich?
Ich schwanke zwischen leiser Betroffenheit und Ratlosigkeit, wie ich darauf reagieren kann?

„Wie gesagt, das Photo ist schon etwas älter. Und ein größeres hatte ich nicht.“, sagt ‚Thomas Heinze‘ in den Hörer.
Und ich verstehe nicht, weshalb er überhaupt davon redet? Und weshalb er mir das JETZT sagt?
Und wenn überhaupt, weshalb dann ERST jetzt?
Und was sollte das ändern?
Am Eindruck, den ein sympathischer Mensch bei mir hinterlassen hat, den ich gerne kennen lernen möchte?

Das sei das, was er mit ‚anders‘ gemeint habe, sagt er.

Es bleibt dabei.
Am nächsten Abend wird Dirk mich abholen.
Wir fahren nach Seeshaupt, gehen italienisch essen.
Er mag das Mediterrane. Die feine italienische Küche.
Guten Wein. Flair und Ambiente.
Er wiederholt es, ehe wir das Telefonat beenden.

Das Telefon klingelt.
Dirk ist dran.
Er klingt nervös.
Findet die Possenhofener Straße nicht.
Eigentlich findet er den See nicht.
Er findet auch, dass es zu heiß ist.

Er ist nervös. Sehr nervös.
Und ich bin es bald auch, weil ich keine Ahnung habe, wie sich ein Mann fühlen muss, der eine im Kindesalter operierte Hasenscharte hat, wenn er eine Frau trifft, die sich noch nie mit Hasenscharten befasst hat?

Es klingelt an der Haustüre.
Dirk hat nasse, kalte Hände und schwitzt sein After Shave in meinen Hausflur in meine Nase. In mein Hirn.
Er trägt ein schwarzes Hemd mit zwei Kugelschreibern in der Brusttasche.
Ich frage mich, was er schreiben möchte, heute Abend?
Mit mir? Beim Italiener?
Seine Jeans sind ebenfalls schwarz. Vielleicht täusche ich mich?
Oder bügelt ‚Thomas Heinze‘ seine Jeans?

Ich strenge mich unauffällig an.
Aber ich kann keine Hasenscharte finden.
Jedenfalls nichts, das so aussieht, wie die Lippenspalten auf den Bildern im Internet.
Aber ich entdecke einen zweiten Gürtel über dem eigentlichen Gürtel.
Darin trägt Dirk sein Handy, wie Gary Cooper seinen Colt.
Und ich strenge mich an, zwischen das Bild aus dem Internet und den realen Anblick in Deckungsgleichheit zu bringen.
Dirk ist weich. Alles an ihm scheint weich. Auch seine nasse, kalte Hand.
Geschätzte 20 Kilogramm weniger, und er würde recht gut aussehen.
Er schrieb, er sei sportlich, jogge regelmäßig.
Hätte ich fragen sollen, wie oft und wie lange?

Ich hege die große Hoffnung, dass Dirk über die Zeit meine Hand – zwischenzeitlich ebenfalls nass und kalt – wieder mir überlassen und darüber hinaus etliches an mir finden könnte, das ihm Anlass zum Missfallen böte.

Vielleicht meine 2, 3 Kilogramm Weihnachtsspeck, die ihn stören könnten?
Meine zusseligen Haare, die mir nie so recht gehorchen mögen?
Am Ende findet er vielleicht meine hohen Absätze ‚daneben‘?
Weil er – nun real und Auge in Auge mit mir  – in diesem Leben alles ist, nur keine 1.87 groß?

Doch Dirk scheint begeistert und mit einem Mal wie ausgewechselt.
Selbstsicher, um nicht zu sagen fast ein bisschen zu bestimmend, navigiert er mich an meinem Ellenbogen zu seinem (Ford? Opel? Peugeot?) Cabriolet und preist auf dem Weg von Feldafing nach Seeshaupt fortwährend die technischen Spielereien und Finessen seines sportiven Kraftfahrzeuges.

Hin und wieder trifft mich sein selbst zufriedener Seitenblick.

Wir studieren die Speisekarten, nachdem Dirk mich wissen ließ, dass das Restaurant absolut seinem Standard und seinen Ansprüchen gereicht.

In mir keimt das zarte Pflänzchen ‚Unmut‘ und ich kann noch nicht Bestimmtheit sagen, was genau an ihm meine Ablehnung im einzelnen herauf beschwört.

Kaum steht der Ober am Tisch, gibt Dirk Thomas Heinze seine Order auf.
Mich scheint er einstweilen völlig vergessen zu haben.

„Ein Spezi bitte vorweg, zur Caprese (schlichte Tomaten mit schlichtem Käsebelag lassen den Feinschmecker vermuten, die Spezi krönt ihn).
Im zweiten Gang dann …“,
seine künstliche Pause kommt bei dem italienischen Kellner ganz offensichtlich ähnlich gut an, wie bei mir selbst,
“ … im zweiten Gang die Pizza Calzone. Welchen Wein würden Sie mir empfehlen?“
Der Kellner, ein Mann in den 50igern, wie ich schätze, drückt sein Missfallen über die nicht vorhandenen Manieren meines Begleiters minimalistisch unauffällig durch ein leichtes Zucken um die Mundwinkel aus und informiert Dirk Thomas Heinze über den außerordentlichen Umfang des hauseigenen Weinkellers.
Der silbergraue Mann reiht die Namen der weißen und roten Weine in einem Sprachklang aneinander, als würde er Ovid rezitieren.

Dirk Thomas Heinze zögert einen kleinen Augenblick, um schließlich mit Kennermiene ein Glas Lambrusco zu bestellen.
Ich weiß nicht, wohin ich vor Verlegenheit blicken soll. Sämtliche Winkel im Restaurant scheinen bereits vom ebenfalls peinlich berührten Kellner belegt zu sein.

Dirk Thomas Heinze ‚übergibt‘ an mich.
Ich darf / soll / muss / kann nun ebenfalls meine Wünsche äußern, von denen mir binnen der letzten Stunde offensichtlich allesamt vergangen sind. Ich leide selten unter akuter Appetitlosigkeit. Sehr selten. Im Grunde nie. Nur jetzt und hier.
Weshalb ich ahnte – nein wusste – dass wir uns für die nächsten vergehenden Minuten darüber unterhalten würden, dass Fisch (also eben Fisch mit Gräten!) so gar nicht sein Ding sei? Und dass er sich beim Genuss von Meeresfrüchten regelmäßig zu übergeben fürchte? Ich weiß es nicht. Aber ich ahne es.

Wir speisen.
Und Dirk wähnt sich so sicher im Sattel, als gehöre er zum Stamm der Tuareg.

Und wir unterhalten uns.
Über das Cabriolet-Verdeck seines Wagens. Darüber, dass er BMW und Mercedes nichts abgewinnen könne.
Über seine Urlaube am Garda-See, wo man Deutsch spricht, Deutsch kocht und so sauber unter käme, als würde man Urlaub in Deutschland machen. Dann davon, wie köstlich der Lambrusco sei, und ob ich nicht kosten wolle. Und dass ‚mein Fisch‘ unangenehm rieche.
Derweil ich, in Gedanken: Es ist nichts weiter, als ein Abendessen mit einem Mann, von dem ich mich erhofft hatte, er würde sympathisch sein.

Dirks Hand landet immer öfter zuerst auf meinem Arm. Dann auf meiner Schulter.
Als sie sich meines Oberschenkels zu bemächtigen anschickt, rücke ich in kurzen, klaren Worten diesen Abend in das rechte Licht.
Ich wähle sie sorgfältig, meine Worte.
Dirk soll wissen, dass es zwischen ihm und mir beim Essen bleiben wird.

„Meine Hasenscharte!“
Gabel und Messer fallen aus seinen Händen.
Ich hatte das verfluchte Ding inzwischen völlig vergessen.
„Nein.“, erwidere ich leise und ruhig.
„Sie ist das, was mich absolut nicht stört an Dir.“
Er glaubt mir nicht, wird laut. Lauter. Hektisch. Ungehalten.
Verlangt die Rechnung und zischt: „Deine Getränke zahle ich.“
Leise erläutere ich ihm den Unterschied zwischen einer Einladung und einer Verabredung zum Essen und dass ich durchaus für mich selbst aufkommen kann.

Der Kugelschreiber findet seine Bestimmung.
Dirk pinselt in wilden Strichen die einzelnen Beträge auf eine Serviette und addiert, summiert, rechnet.

In den Kurven muss ich mich festhalten, um nicht wahlweise mit der Schläfe am Seitenfenster fest zu kleben oder mit der Pobacke über Ablagefach und Handbremse justiert zu werden, so eilig hat er es, mich wieder zu Hause abzuliefern.
Und ich denke nach, ob ich ihm sagen soll, dass er kein Consultant ist, sondern im Support an der Hotline Anwendersorgen bewältigt. Und ob ich ihm sagen soll, dass man Jeans nicht bügelt? Und keine Kugelschreiber spazieren führt, als sei man ein mobiles Büro auf Freiersfüßen. Und ich überlege, ob ich den fürchterlichen Hartgummigürtel erwähnen soll, über den sein Bäuchlein die Freiheit sucht. Ob ich anmerken darf, dass Lambrusco süße Plörre ist, perlender Zucker-Fusel? Und die Calzone zu den Topgerichten auf den Speisekarten von Kegelbahnen gehört? Ob ich sagen darf, dass mich seine langweiligen Monologe, seine gänzlich fehlende Galanterie, ob ….

Er bremst so hart, dass ich fast ins Armaturenbrett beiße.

„Magst Du noch auf einen Drink mit auf die Terrasse kommen?“
Das höre ich mich fragen.
Warum?

„Nein Danke!“
Er spuckt die Worte in starrer Haltung gegen die Frontscheibe.

Ich bedanke mich für den Abend und wünsche ihm eine gute Heimfahrt.

Es klingelt im Posteingang.
Ich habe eine Mail-Nachricht.

Und lese.

Und antworte.

… Deine Hasenscharte, von der man, so Du sie niemals wieder erwähnen würdest, nicht mehr sieht, als die dünne Linie einer kleinen Narbe, sie ist das einzige, was mich nicht gestört hat, an Dir. …

Einige Tage später, ich klicke auf sein Profil.
Das Bild von Thomas Heinze ist verschwunden.
Stattdessen ist dort Dirk zu finden, der eine kleine, feine Narbe über der Oberlippe trägt.

Er ist noch immer IT-Consultant.
Und vom Typ her mediterran mit Faible für’s feine italienische Essen und erlesene Weine.
Und er sucht noch immer nach einer Frau mit einem großen Herzen
für DEN Mann, der ein wenig ‚anders‘ ist.

Brachycera und die fleischfressende Standuhr

Posted in Fantastisches, Fundsachen, Geniales, Uncategorized, Viechereien with tags , , , , , , , on April 20, 2011 by Heike Pohl

Der Frühling ist da und mit ihm die gemeine Fliege, wissenschaftlich Brachycera genannt.

Da hilft es nichts, dass Brachycera – ganz wie wie wir selbst – zu den Spaltschlüpfern zählt: Sie macht uns irre, wenn sie um unsere Ohren surrt und uns mit ihrem stoischen Todesmut an den Rand des Wahnsinns zu treiben pflegt.

Sie krabbelt über die Frühstücksauslagen, weidet sich an den Früchten unserer Arbeit. Sie schwirrt benommen und scheinbar ziellos um unsere Nasen. Sucht sich in bewundernswerter Ausdauer die immer selben Landeplätze auf nackten Beinen, an bloßen Armen und hie und da an Körperstellen, die wir recht selten nur der Sonne preisgeben. Sie lässt sich weder verwirren noch abhalten von schwerer Dresche mit der Tageszeitung, noch von Handkantenschlägen, die einen Schwergewichtler aus den Latschen kippen würden.

Brachycera ist ein zähes Luder, vermehrt sich sprichwörtlich und scheint allein auf dieser Welt zu sein, um uns das Leben schwer zu machen. Würden wir genauer hinsehen, so bietet dieses kleine Flügelvieh durchaus Anlass zur Bewunderung.
Sie macht sich die Van-der-Waals-Kräfte zu Nutze, mit Hilfe derer sie ohne weiteres an spiegelglatten Flächen Halt findet.

Brachycera ist überdies eine wahre Virenschleuder und damit schlagkräftiger in ihrer Vernichtungskraft, als jedes von Menschen ausgeklügelte Kampfsystem. Als jedes …? Weiterlesen

Warum ich ins Wasser ging …

Posted in Gedanken, Uncategorized with tags , , , on März 22, 2011 by Heike Pohl

Lieber Leser,

wie es aussieht, hinterlässt mein spontaner Freitod sowohl Ratlosigkeit, als auch Bestürzung und Trauer. Vermutlich vorwiegend unter jenen von Ihnen, denen wir Tiere ganz besonders am Herzen liegen. All den Veganern, Vegetariern und wie ihr euch sonst so nennt. Ist ja nicht davon auszugehen, dass sich deren tierische Liebe auf uns Bären reduziert, oder?

Vielleicht werden Sie nun zusammen zucken, wenn ich Ihnen hier frei von der Leber weg sage, dass mir das mächtig am Fell abperlt.

Möglicher Weise wissen Sie das nicht, aber im Grunde meines Herzens und dem Ruf meiner Natur folgend bin ich ein Einzelgänger. Hätte ich nicht das Pech gehabt, in diesem völlig überalterten Zoo, mitten in dieser stinkenden Großstadt geboren zu werden, dann würde ich zumindest die letzten beiden Jahre in aller Ruhe und Einsamkeit verbracht haben.

Ja, so sind wir Eisbären. Wir hängen gerne unseren Gedanken nach, während wir durch die eisigen, weißen Weiten unserer Heimat am Polarkreis ziehen. Wir sind Jäger, müssen Sie wissen. Und nicht die schlechtesten. Diese pfiffigen Robben zu erwischen, wenn sie warten, bis man es fast zum Eisloch geschafft hat, um dann mit fiesem Grinsen zwischen den Barthaaren ab zu tauchen, das kann zur sportlichen Angelegenheit werden. Bei diesen Jagdausflügen stehen wir Bären unter Hochspannung, absoluter Konzentration, da würden Kollegen nur mehr stören, das sehen Sie ein, oder?

Kollegen sind das eine.

Drei Frauen auf 300 Quadratmeter und Weiterlesen